Ein Haus, das seine Geschichte erzählt
An der Ecke einer der schönsten Villenstraßen des Staatsbades steht ein Baudenkmal, das seine Vergangenheit nicht verbirgt, sondern feiert.
Die Villa Valentino wurde 1908 errichtet – in jenen Jahren, in denen das Königliche Bad Oeynhausen seinen mondänen Höhepunkt erlebte und rund um den Kurpark eine Architektur des großen Auftritts entstand. Über hundert Jahre später haben wir dieses Haus von Grund auf saniert: vom Keller bis zur Schornsteinspitze, in anderthalb Jahren, mit einer Sorgfalt, die jede Fuge kennt.
Unser Anspruch war nie, ein altes Haus bloß zu erhalten. Er war, seine Seele zu bewahren und ihr zugleich ein zeitgemäßes Leben einzuhauchen. Außen die historische Fassade eines Meisterarchitekten – innen ein Wohngefühl, das dem 21. Jahrhundert gehört. Die Villa trägt ihren Namen nach dem Sohn der Eigentümer: gute Häuser werden für Generationen gebaut.
3. Gesamtbundessieger
KfW-Denkmal-Award · Berlin
Erdgeschoss · Beletage · Atelier
Drei Wohnungen à 110 m², großzügig und licht – jede mit eigenem Charakter, Echtholzparkett und denkmalgerechten Fenstern.










Erdgeschoss · Beletage · Atelier – Zuordnung und Reihenfolge jederzeit anpassbar.
Gebaut 1908, am Park von Lenné
Bad Oeynhausen ist ein Staatsbad – und sein Herz ist grün. Der Kurpark im Zentrum der Stadt geht auf einen Entwurf von Peter Joseph Lenné zurück, dem Generaldirektor der königlichen Gärten in Preußen. Nach seinem Plan von 1847 entstand zwischen 1851 und 1853 der hufeisenförmige Landschaftspark – von derselben Hand, die bis heute die großen Gärten Berlins und Potsdams prägt.
Rund um diesen Park wuchs eine Stadt des mondänen Kurlebens, und mit ihr die Villenstraßen, in denen man sich Häuser von großer Geste errichten ließ. In genau diese Blütezeit fällt 1908: Während in der Mitte des Kurparks das barocke Gartenparterre angelegt wurde, entstand an einem städtebaulich prominenten Eckgrundstück der Weststraße unsere Villa – eine Schauseite über Eck, gegliedert durch Risalite, bekrönt von Schweifgiebeln, überzogen mit Stuck, Gesimsen und Engelsköpfen.
Am Giebel prangt bis heute das Jahr 1908. Die überlieferten Entwurfspläne für den Bauherrn August Heidorn wurden am 14. August 1909 baupolizeilich geprüft – Zeugnisse einer Zeit, in der hier mit Anspruch und Handwerk gebaut wurde.
Die Originalpläne, von Hand gezeichnet
Ansichten, Grundrisse und Schnitte des „Entwurfs zu einem Doppelhause" – baupolizeilich geprüft am 14. August 1909.




Außen bewahrt. Innen neu gedacht.
Ein Denkmal saniert man nicht gegen seine Geschichte, sondern mit ihr.
Als wir die Villa übernahmen, stand am Anfang eine strenge Leitlinie: Alles, was das Haus als Denkmal ausmacht, bleibt und wird geheilt – alles, was Wohnen heute bedeutet, wird neu und mit dem besten Handwerk hinzugefügt. Deshalb wurde die Villa vollständig kernsaniert, vom Keller bis zur Schornsteinspitze, über anderthalb Jahre hinweg: Statik, Dach, Fassade, Fenster, Technik, Böden und Wände – Schicht für Schicht.
Begleitet wurde jeder Schritt fachlich von der oberen Denkmalbehörde in Münster und Hand in Hand umgesetzt mit der unteren Denkmalbehörde vor Ort. Nach außen sollte man von all dem möglichst wenig sehen – nach innen erlaubten wir uns die Freiheit einer modernen Interpretation.
Es muss erst schlimmer werden
Über Geschmack und Qualität lässt sich bekanntlich streiten – so haben wir die Villa 2011 übernommen. Ziehen Sie den Regler und sehen Sie, was daraus wurde.
Vorher
Nachher
‹ ›
Die Fassade
Vorher
Nachher
‹ ›
Der Innenhof
So haben wir es übernommen
Teddybären, Graffiti, Rosenbordüre – jeder Raum eine eigene Epoche.




Rund 700.000 Euro und anderthalb Jahre später – saniert auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses Denkmal.
Vom Rohbau zum Baudenkmal
Anderthalb Jahre, vom Keller bis zur Schornsteinspitze – hier ist der Weg dorthin.
Stuck, Engel und drei geschwungene Giebel
Die Schauseite gliedert sich über Eck in kraftvolle Risalite und wird von drei Schweifgiebeln bekrönt – zwei großen und einem kleineren, deren geschwungene Silhouette dem Haus seine Krone gibt. Dazwischen entfaltet sich ein ganzes Vokabular des Bauschmucks: Stuckrahmungen, kräftige und feine Gesimse und immer wieder Engelsköpfe. Jedes Element wurde gesichert und denkmalgerecht wiederhergestellt und in mineralischer Keim-Silikatfarbe neu gefasst.
Über allem entstand das Dach vollständig neu – als Mansarddach mit verdeckter Dämmung, gedeckt mit Ziegeln der ostwestfälischen Traditionsziegelei Meyer-Holsen (seit 1860), deren historisch nachweisbare Form und Farbe dem Original folgen. Eine außergewöhnliche Gaube und eine verglaste Fledermausgaube holen Licht in den Dachraum.
Drei Monate für den Stuck – von Hand gezogen
Der schönste Beweis für den Anspruch dieser Sanierung trägt einen Namen: Stuckateurmeister Horst Schneider aus Bad Salzuflen. Drei Monate lang war er nahezu jeden Tag auf der Baustelle – und zog den Stuck so, wie es 1908 geschah: von Hand, mit dem Ziehblech am Profil.
Girlanden, Gesimse und die Engelsköpfe an Fassade und Giebel wurden Zug um Zug ergänzt, geheilt und neu modelliert, bis das historische Bild wieder vollständig war. Über 5.000 Fotos dokumentieren diese Arbeit – ein kleiner Teil davon erzählt hier ihre Geschichte.
55 Fenster. 55 Meisterstücke.
Fünfundfünfzig denkmalgerechte Holzfenster – jedes ein handwerkliches Meisterstück. Sie folgen den historischen Vorbildern bis ins Profil: mit Schlagleiste, die die Flügel dicht und schön zusammenführt, und mit Kämpferprofil, das dem Fenster seine klassische Gliederung gibt. Details, die man selten benennt und immer spürt.
So denkmalgetreu die Ansicht, so modern die Technik: Doppelverglasung sorgt für heutige Wärme- und Schallwerte, ohne die schlanke Optik zu opfern. Und weil kein Raum dem anderen gleicht, sind es auch die Fenster nicht – vom großzügigen Panoramafenster über die neuen bodentiefen Küchenfenster bis zu den verglasten Gauben im Dach.
Warum wir nur mit Keim gebaut haben
Ein Denkmal atmet. Deshalb dürfen seine Wände es auch.
Die vielleicht wichtigste Entscheidung dieser Sanierung ist von außen unsichtbar: Wir haben ausschließlich mit mineralischen Produkten von Keim gearbeitet – Silikatfarben statt Kunststoffdispersion, mineralische Systeme statt filmbildender Anstriche. Sie verbinden sich mit dem Untergrund, bleiben diffusionsoffen und schaffen ein gesundes, trockenes Raumklima – die beste Versicherung gegen Schimmel und Bauschäden.
Auch die mineralische Innendämmung folgt diesem Prinzip: die richtige Wahl für ein Haus, dessen Fassade als Denkmal unangetastet bleiben muss. Moderner Wohnkomfort und niedrigere Heizkosten – ohne dass draußen ein einziger Engelskopf verschwindet.
Geheizt wird erneuerbar: mit einer Pellet-Anlage von Paradigma samt 6-Tonnen-Lager. Das ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch günstig – die Heizkosten liegen bei nur rund 85–100 € im Monat je Wohnung, je nach Heizverhalten.
Drei Wohnungen à 110 m²
Drei Wohnungen von jeweils rund 110 m² teilen eine klare, wohnliche Idee: ein Schlafzimmer und ein zweiter, flexibler Raum als Gäste- oder Arbeitszimmer, eine großzügige Küche und ein Bad, das Wanne und großen Duschbereich vereint. Dazu Echtholzparkett, sorgfältige Schallschutzmaßnahmen und erhaltene, durchrenovierte historische Türen.
Herzstück ist die Küche: mit neuen bodentiefen Fenstern geöffnet und einem vorgelagerten, rund 6 m² großen Innenhofbalkon. Die Beletage und das Atelier unter dem Mansarddach verfügen über weitere Balkone. Vom Panoramafenster bis zur verglasten Fledermausgaube ist hier buchstäblich jeder Raum etwas Besonderes.
Drei Etagen, drei Charaktere
Jede Wohnung erstreckt sich über eine eigene Etage – zur ruhigen Seite mit Balkon oder Loggia.
ErdgeschossKüche · Bad · Schlafen · Arbeiten · Wohnen
Beletage · 1. OGmit Balkon zur Hofseite
Atelier · 2. OGmit Loggia unterm Mansarddach
Zum Vergrößern auf einen Grundriss tippen. Maßangaben in Metern.
Ein Bad, das das Haus verdient
Historisch gedacht, modern gelöst.
Die Bäder sind die klarste Übersetzung unserer Idee ins Moderne: eine geschmackvolle, zeitgenössische Interpretation eines historischen Bades, gegliedert über einen durchdachten „T"-Grundriss, der Wanne, Dusche und Waschbereich sinnfällig voneinander trennt. Feine Podeste mit eingelassenen Bodenspots setzen einzelne Zonen in Szene, unter den Fliesen wärmt eine Fußbodenheizung.
Ausgestattet mit hochwertigen Objekten von Duravit – darunter eine Eckwanne mit feinem Natursteinmosaik – und ergänzt um einen großzügigen, bodengleichen Duschbereich. Für Gäste gibt es zusätzlich ein eigenes, betont modernes Gäste-WC.
Im Detail zu Hause
Ein Haus dieser Klasse verrät sich im Detail. Die historischen Zimmertüren blieben erhalten und wurden vollständig durchrenoviert; die Wohnungseingangstüren ebenso – ergänzt um modernste Schließtechnik und Doppelverglasung. Alt und neu, in jedem Detail versöhnt.
Das restaurierte Treppenhaus mit seinem geschmackvollen Läufer, der Foyer-Bereich mit historischer Tür und Kronleuchter, die vollständige Unterkellerung der Villa von 1908 – überall zeigt sich die solide Bauweise, die wir ertüchtigt und für heutiges Leben nutzbar gemacht haben.
Sandstein, Schmiedeeisen, ein Eckgrundstück
Ein Denkmal endet nicht an der Hauswand. Die Villa steht auf einem städtebaulich wichtigen Eckgrundstück – einer jener Positionen, die eine Straße mitdefinieren. Die Eingangstreppe wurde neu rekonstruiert, aus Wesersandstein, dem warmen regionalen Naturstein des Weserraums.
Der historische schmiedeeiserne Zaun, der das Grundstück fasst, wurde vollständig saniert und in Schwarz neu gefasst: filigranes Handwerk, das die Grenze zwischen Straße und Haus wieder mit Eleganz zieht.
Behutsam. Begleitet. Beglaubigt.
Die Villa Valentino ist vollständig denkmalgeschützt und in die Denkmalliste des Landes Nordrhein-Westfalen eingetragen.
Jeder Schritt wurde eng mit den Behörden abgestimmt – fachlich begleitet von der oberen Denkmalbehörde in Münster, umgesetzt mit der unteren Denkmalbehörde vor Ort. Diese Zusammenarbeit war kein Hindernis, sondern ein Qualitätsversprechen: so viel Erhalt wie möglich, so viel Erneuerung wie nötig. Das Ergebnis ist ein Baudenkmal, das seine Vergangenheit ehrt und seine Zukunft gesichert hat.
Ein Rundgang durch die Villa
Wohnen im Baudenkmal – zur Miete oder zum Kauf
Die Wohnungen der Villa Valentino stehen zur Vermietung – und stehen unter Umständen auch zum Verkauf.
Miete
1.320 € kalt / Monat
zzgl. Nebenkosten. Heizkosten nur ca. 85–100 €/Monat (Paradigma-Pellets), je nach Heizverhalten.
Kauf
Kaufpreis auf Anfrage
Einzelne Wohnungen stehen unter Umständen zum Verkauf. Sprechen Sie uns gern an.
Sie möchten die Villa Valentino erleben?
Ob Besichtigung, einzelne Wohnung oder ein Gespräch über denkmalgerechtes Bauen – wir freuen uns auf Ihre Nachricht.